Diethart Verleger
Diethart Verleger
Auf der Heide 4
70186 Stuttgart
0711/461364
Email: dcv@tiscalinet.de
www.diethart.de

Der Künstler und seine Eisbären

Diethart Verleger wurde am 19. Juni 1967 in Pforzheim geboren. Er wuchs unweit davon in Eisingen auf.

Mit drei Jahren schickten ihn seine Eltern in einen Malkurs und während seiner gesamten Schulzeit malte und zeichnete er viel.
Erst malte er Postkarten mit Filzstiften, für die er von seiner Mutter eine Mark bekam, oder zwei für besonders schöne. Später erbte er den Ölfarbenkasten seines Großvaters. Er fertigte Landschafts- und Naturstudien an und setzte diese in Öl auf Karton um. Oder er kopierte schwäbische Landschaftsmaler wie Karl Kühnle u.a..

Diethart Verlegers Malerei ist ruhig, obwohl er durchaus kräftige Farben gebraucht. Sie ist oft gefühlsbetont oder gar romantisch. Er selbst meint über seine damaligen Bilder: sie seien "etwas besser als Kitsch".

Nach dem Abitur setzte er sich mit mittelalterlichen Meistern auseinander und kopierte sie in Pastellkreide.

Für einen künstlerischen Berufsweg konnte er sich jedoch nicht entscheiden, zumal sein Abitur ihm alle Möglichkeiten offen ließ. Erst nachdem er einige Zeit in Freiburg Biologie und Chemie studiert hatte, fand er dazu den Mut.

Vor dem Beginn seines Studiums an der Akademie besuchte er zwei Jahre lang die Kunstschule in Nürtingen und die Freie Kunstschule Stuttgart.

Diethart Verleger studiert heute im dritten Semester Kunsterziehung bei Professor Michou.

Mit dem Thema der Eisbärenmalerei begann er 1994 und setzte dieses an der Akademie bei Professor Baumgartl fort. Die Gestik der Eisbären ist vielfältig: Sie springen, spielen oder faulenzen, sie richten sich zu imposanter Größe auf, um zu kämpfen oder um sich zu umarmen. Sie schleudern einen Fuß frei durch die Luft.

Diethart Verleger begeistert die Masse der Eisbären, ihre Trägheit und auch ihre Gemütlichkeit. Wie er sagt: "... die Wärme, die viel Fett hat".

Aber auch die besonders den Eisbären eigene Mischung aus Warmherzigkeit und Bedrohung interessieren ihn. Eisbären sind eigensinnig und unberechenbar instinktiv. Sie sitzen minutenlang regungslos an einer Stelle, um plötzlich überraschend aufzuschnellen und ihren Kopf ruckartig vorzustoßen. Sie trotten gerade noch gemächlich am Felsrand entlang, im nächsten Augenblick stürmen sie in entgegengesetzter Richtung auf einen anderen Eisbären los.

Besonders beeindruckend sind die seltenen Umarmungen der Eisbären, bei denen aus einem drohenden Kampf eine Liebkosung wird. Die Wucht und Masse der Eisbären steigern dabei sowohl die Gefahr, als auch die Herzlichkeit und Wärme.

Diethart Verleger machte zu Beginn seiner Eisbärenmalerei viele Vorstudien in der Wilhelma. Die dabei entstandenen Skizzen, Zeichnungen und Fotografien komponierte er später zu den Gemälden, die heute hier ausgestellt sind. Die meisten dieser Bilder sind in Acryl oder Öl auf Leinwand gemalt. Die überwiegend großen Formate entsprechen der natürlichen Größe der Tiere. So auch ein Eisbärengemälde, das er 1995 für den Westdeutschen Rundfunk in einer Live-Sendung malte.

Unverkennbar ist auch heute noch seine Vorliebe für romantische Themen, wie sie in den Bildern "Die Eisbärenliebe", "Sprung in die rote Seerose" oder "Eisbärenumarmung" zu sehen sind. So stehen auch die Gebärden der Eisbären stellvertretend für seelische Zustände des Menschen: zum Beispiel wird der Mut, den es kostet einen neuen Schritt zu wagen, durch einen ins Wasser springenden Eisbären symbolisiert:

Der Sprung
zögern,
wage ich den Sprung.

wissend,
dass der sichere Eisbrocken
hinter mir alles Leben erstarren lässt.

unwissend,
ob das kalte, dunkle Wasser vor
mir neuen Lebensmöglichkeiten
birgt.

Ich springe.